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Licht und Gesundheit
Das Leben mit optischer Strahlung

  • Schutz vor energiereicher optischer Strahlung

4 Schutz vor energiereicher optischer Strahlung

4. 1 Festlegungen in nationalen und internationalen Normen

Im medizinischen, biologischen und technischen Bereichen sind ungewollte Schäden zu verhindern und gewollte Veränderungen zielgerichtet zu optimieren /4/, /9/, /11/, /13/ - /14/, /18/ - /20/, /26/, /29/ - /31/, /42/, /45/ - /46/, /50/, /57/, /61/, /65/, /83/, /92/, /95/ - /96/, /101/, /114/, /124/, /129/ - /130/, /134/, /141/, /143/, /146/, /148/, /150/, /158/, /168/, /170/, /174/ - /175/, /180/, /189/, /192/ - /193/, /202/, /204/ - /205/, /212/, /218/, /221/, /224/, /230/ - /232/, /250/, /253/, /259/ - /260/, /269/ - /271/, /274/ - /276/, /291/, /317/, /326/, /328/, /331/, /333/, /344/, /352/, /359/ - /362/, /365/ - /366/, /379/, /382/, /384/, /390/, /395/, /403/ - /404/, /409/, /420/, /424/, /435/ - /437/, /448/, /453/, /458/, /461/, /485/, /489/, /494/ - /495/, /503/ - /506/, /509/, /514/ - /515/, /518/ - /519/, /527/, /529/, /535/ - /536/, /542/, /546/ - /548/, /559/ - /560/, /562/, /585/, /615/, /634/, /640/ - /641/, /662/, /692/, /695/ - /697/, /699/, /713/, /734/ - /738/, /741/, /743/, /745/, /748/, /752/, /755/, /764/ - /765/, /767/ - /769/, /773/ .

Mit indirekter schädlicher Wirkung von UV-Strahlung ist die Fähigkeit gemeint, gefährliche Stoffe zu erzeugen oder über photochemische Zersetzungen explosibel verlaufende Reaktionen von Stoffen auszulösen. Auf solche Schädigungsmöglichkeiten ist zu achten, wenn bei irgendwelchen Prozessen UV-Strahlung ausreichender Leistung eingesetzt wird. Die Auswirkungen für den Menschen können z. B. durch Ozonbildung gravierender sein als durch eine Bestrahlung in ausreichender Entfernung /250/, /767/.

Ähnliche allgemeine Überlegungen sind beim Einsatz von Halogenlampen aller Art ohne Schutzfilter, nicht nur der Niedervolthalogenlampen, in Beleuchtungsanlagen vorzunehmen.

Chronische Wirkungen auf die Haut, speziell ein erhöhtes Hautkrebsrisiko, werden über die Wirkungskurve des UV-Erythems abgeschätzt /250/, /767/. Mitteleuropäer sind einer natürlichen UV-Strahlenbelastung zwischen 100 MED/Jahr und 300 MED/Jahr ausgesetzt, wobei 1 MED die minimale erythemale Dosis (gewichtete Strahlendosis, die bei heller empfindlicher Haut gerade noch eine Rötung hervorruft) ist und mit 250 J/m2 angesetzt wird.

Eine zusätzliche jährliche Belastung von 75 MED bis 100 MED läßt nach 30 Jahren eine Zunahme der Hautkrebsinzidenzrate um ca. 5% erwarten. Dieser Wert wird als Toleranzgrenze akzeptiert. In einer Pressemitteilung des BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) wurde vor Jahren bereits darauf hingewiesen, daß kritische Werte bei einer Reihe von Schreibtischleuchten ohne Glasabdeckung in weniger als 2 Stunden erreicht werden, bei 50 W-Stiftsockellampen ohne Schutzglas nach 0,8 Stunden.

Es kann abgeleitet werden, daß bei Halogenlampen mit Schutzglas und einer Leistungsaufnahme bis zu 50 W der 8-Stunden-Grenzwert und die Toleranzgrenze bezüglich des Hautkrebsrisikos bei gebrauchsüblichen Abständen (ab 30 cm) sicher eingehalten wird.

Vor dem Hintergrund, Strahlungsrisiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und Schutzmaßnahmen zu empfehlen, präzisierte das BfS seine Empfehlungen dahingehend, bei der Neuanschaffung nur Halogenlampen mit Schutzglas zu verwenden. Bereits vorhandene Halogenlampen ohne Schutzglas sollten nur noch für indirekte Beleuchtungszwecke bzw. bei direkter Beleuchtung nur bei hinreichend großen Abständen verwendet werden. Auf diese Weise ist nach den Untersuchungsergebnissen sichergestellt, daß der UV-Strahlungsanteil unterhalb der empfohlenen Grenze bleibt und das Hautkrebsrisiko tolerierte Werte nicht überschreitet.

Zum Verhalten in der Sonne empfiehlt die Strahlenschutzkommission:

    - Haut langsam an Sonnenbestrahlung gewöhnen

    - Sonnenschutzmittel verwenden (kein Freibrief für exzessive Besonnung!)

    - Parfüms, Deodorants, Kosmetika vermeiden

    - Medikamente: Arzt befragen (Photosensibilisierung)

    - Die Zahl der "Sonnenbäder" soll etwa 50 pro Jahr nicht überschreiten (stets Sonnenbrand vermeiden)

    - Lichtgewöhnung unter ärztlicher Beratung

     

Die Risiken bei der Anwendung optischer Strahlung sind zu beachten:

Vermeidung:

Richtige Dosierung (nicht übertreiben!)
bei Medikamenten, Kosmetika ect. Beipackzettel beachten!
Augenschutz tragen!

 

Der Umgang mit UV-Strahlung in der Natur und an Arbeitsplätzen ist durch eine Vielzahl von DIN-Vorschriften geregelt. Das betrifft sowohl Geräte als auch Schutzmittel. Für UV-Arbeitsplätze gelten gesonderte Festlegungen.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden:

    - Grundsätzlich gelten die Empfehlungen der Strahlenschutzkommission (SSK) und die Richtlinien des Bundesamtes für Strahlenschutz.
    Die vorgegeben Grenzwerte dürfen nicht überschritten werden.

    - Die in den DIN 5031 Teil 10, 1997 festgeschriebenen photobiologischen Wirkungen sind zu beachten.

    - Die SSK-Empfehlungen zur Gerätesicherheit von Solarien sind sinngemäß auf Leuchten und Anlagen mit Halogenstrahlern zu übertragen.

    - Projektanten und Hersteller von Beleuchtungsanlagen mit Halogenstrahlern haben die genannten Gesichtspunkte bei der Projektierung und beim Aufbau zu berücksichtigen, damit die Grenzwerte nicht überschritten werden.

    - Schädliche Auswirkungen sind weiter mit der Zielstellung eines noch besseren Schutzes vor ungewollter UV-Strahlung zu untersuchen.

     

4. 2 Hinweise zur Strahlungsakkumulation im Leben

Es gilt als gesichert, daß die photobiologisch wirksamen Bestrahlungsdosen, die im Laufe eines Arbeitslebens kumulieren, in Beleuchtungsanlagen mit Leuchtstofflampen um Größenordnungen geringer sind als unter natürlicher Sonneneinstrahlung. Festzustehen scheint bis jetzt lediglich, daß die folgenden vier Faktoren das Risiko der Melanombildung erhöhen:

    - Sonnenbestrahlung (Gesamtdosis)

    - mangelnde Fähigkeit zur Hautbräunung

    - Beschäftigung in Innenräumen und häufige exzessive Sonnenbäder

    - helle Augenfarbe

Unter diesen Gesichtspunkten sollte auch die Benutzung von Solarien eingeordnet werden. Der lebenslangen Kumulation der Bestrahlungsdosen natürlichen und künstlichen Ursprungs sollte immer wieder Beachtung geschenkt werden.

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