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Licht und Gesundheit
Das Leben mit optischer Strahlung![]()
- Ausblick auf mögliche Forschungsarbeiten
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5 Ausblick auf mögliche Forschungsvorhaben
5. 1 Notwendigkeit interdisziplinärer Forschungsarbeiten
Die total veränderte Arbeitswelt, das sich progressiv entwickelnde Freizeitverhalten und die damit verbundenen sozialen Verhaltensweisen und das höher werdende Alter der Menschen führen zu immer häufiger auftretenden Volkskrankheiten wie beispielsweise Depressionen, Oestoporose, Alzheimer, Parkinson. Da die Ursachen dieser Erkrankungen nur teilweise geklärt sind, besteht ein enormer Forschungsbedarf. Der große Einfluß der optischen Strahlung auf das Leben, insbesondere auf das menschliche Leben (Gesundheit und Wohlbefinden), ist auf Spezialgebieten sehr gründlich seit den 70er Jahren unseres Jahrhunderts erforscht und bekannt. Der Gesunderhaltung des Menschen in diesem Jahrtausend muß mehr Beachtung geschenkt werden. Es war eine einseitige Entwicklung in der Lichttechnik, bei fast allen wissenschaftlichen Untersuchungen im Vordergrund nur die Erkennbarkeit von Sehobjekten und Gegenständen und das Wohlbefinden bei der künstlichen Beleuchtung zu sehen. Fakt ist, daß der Lichtbedarf der Menschen nicht richtig eingeschätzt wurde. Die Forschungsergebnisse in Medizin und Biologie, die bereits in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts vorlagen, wurden von den meisten Lichttechnikern und Architekten nicht wahrgenommen. Es gab wenige interdisziplinäre Arbeiten. Das allseits veränderte Leben der Menschen, wie bereits beschrieben, hat sie nicht nur neu erörterungsnotwendig gemacht, sondern es ist auch ein Bedarf nach neuen Untersuchungen mit neuen wissenschaftlichen Fragestellungen erforderlich.
Die Licht- und Strahlungstechniker, aber auch die Architekten müssen ihre vordergründige Aufgabe in der Entwicklung und Realisierung gesundheitsfördernder künstlicher Beleuchtung sehen. Der Einsatz von Sonnen- und Tageslicht muß wegen seiner lebensfreundlichen und gesundheitsfördernden Wirkungen weiter stärker berücksichtigt werden.
5. 2 Verfahrensweisen und Zielstellungen
Zur weiteren Erforschung, welche konkreten Einflüsse die optische Strahlung auf Leben und Gesundheit der Menschen hat, müssen zwei grundsätzliche Richtungen eingeschlagen werden. Dabei versteht sich als selbstverständlich, daß die Arbeiten nur interdisziplinär angelegt werden können.
Die eine Richtung muß die Wechselwirkung optische Strahlung - menschliche Zellen mit all ihren anderen Umweltbedingungen besser erforschen. Auf dieser Teilstrecke ist es notwendig, daß Biologen, Biochemiker, Biophysiker und Mediziner interdisziplinär zusammenarbeiten.
Die andere Richtung muß die Wechselwirkung optische Strahlung - Mensch als Ganzes bis auf die Organebene mit all den heutigen und möglicherweise zukünftigen Umweltbedingungen neu untersuchen. Auf dieser Forschungsstrecke müssen Techniker, Physiker, Biochemiker und Mediziner zusammenarbeiten.
Diese beiden Standbeine künftiger Forschung und Entwicklung sind sehr umfangreich und langfristig anzulegen. Die Praxis wird so aussehen, daß auf Grund der immer geringer werdenden finanziellen Möglichkeiten nur Teilaufgaben bearbeitet werden können.
Deshalb sollte der bereits vorhandene Wissensschatz zu Fragen der Wechselwirkungen zwischen optischer Strahlung und lebender Materie kritisch gesichtet und sofort für zukünftige Entwicklungen in der Licht- und Beleuchtungstechnik aber auch in den vielfältigen Strahlungsanwendungen besser genutzt und eingesetzt werden.
5. 3 Erste Vorschläge für anstehende Forschungsaufgaben
Hauptzielstellung künftiger Arbeiten soll die Untersuchung der Wirkung optischer Strahlung auf Leben und Gesundheit der Menschen sein. Von den vielen Möglichkeiten der Forschungsschwerpunkte müssen einige sofort angegangen werden. Bereits durchgeführte Langzeituntersuchungen sind zu erfassen und in die Bewertung einzubeziehen. Lichtfarben und spektrales Verhalten der Beleuchtungsanlagen sind zu ermitteln.
Vorschläge für erste Bearbeitungskomplexe:
1. Untersuchungen zu geringen Beleuchtungsniveaus mit Beleuchtungsstärken E < 500 lx
Niedrige Beleuchtungsniveaus in Arbeitsstätten und öffentlichen Einrichtungen sind zu ermitteln und die dort arbeitenden oder sich längere Zeit aufhaltenden Menschen statistisch nach Alter und Lebenszustand zu untersuchen.
Dazu gehören:
- Lebensalter
- Art der Tätigkeit
- Länge der Tätigkeit
- Erkrankungen aller Art, aktueller Gesundheitszustand
- Laborwerte (Blut, O2 - Partialdruck, Ergometer, EEG, EKG usw.)
- Wohlbefinden
- Verhalten in der Freizeit
2. Untersuchungen zu hohen Beleuchtungsniveaus mit Beleuchtungsstärken E > 1000 lx
Hohe Beleuchtungsniveaus in Arbeitsstätten und öffentlichen Einrichtungen sind aufzuspüren und die dort arbeitenden oder sich längere Zeit aufhaltenden Menschen statistisch nach Alter und Lebenszustand zu untersuchen.
Dazu gehören:
- Lebensalter
- Art der Tätigkeit
- Länge der Tätigkeit
- Erkrankungen aller Art, aktueller Gesundheitszustand
- Laborwerte (Blut, O2 - Partialdruck, Ergometer, EEG, EKG usw.)
- Wohlbefinden
- Verhalten in der Freizeit
3. Vergleichende Auswertung verschiedener wissenschaftlicher Forschungsarbeiten
Bekannte Lichtmangelerkrankungen sind zu untersuchen, statistische Ergebnisse sind auszuwerten. Das private Wohn- und Arbeitsfeld ist dabei einzubeziehen.
Eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Medizinern und Wissenschaftlern anderer Disziplinen ist erforderlich.
4. Forschungsbedarf zu neuen Arbeitsstätten mit hohen Beleuchtungsstärken
Neue medizinische, biologische und technische Studien zu Arbeitstätten mit Beleuchtungsstärken zwischen 1000 und 2000 lx sind durchzuführen.
Dazu gehören:
- Lebensalter
- Art der Tätigkeit
- Länge der Tätigkeit
- Erkrankungen aller Art, aktueller Gesundheitszustand
- Laborwerte (Blut, O2 - Partialdruck, Ergometer, EEG, EKG usw.)
- Wohlbefinden
- Verhalten in der Freizeit
5. Arbeitsstätten mit höheren Beleuchtungsstärken und individuell einstellbarer Regelung
Arbeitsstätten (Emax
2000 lx) sind zu schaffen sowie diesbezügliche technische und medizinische Forschungsvorhaben zu realisieren.
Ein Schwerpunkt sollte die Untersuchung des Einflusses der visuellen Kommunikationstechniken sein.
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© copyright 2000 / Dr.-Ing. Joachim Fisch im Auftrag der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft.
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