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"Licht - die Quelle für Gesundheit und Wohlbefinden"

  • In der Septemberausgabe 2000 der Zeitschrift "MedAmbiente" erscheint ein Beitrag der Licht Akademie mit dem Titel "Licht - die Quelle für Gesundheit und Wohlbefinden"

"Med Ambiente", September 2000:

"Licht - die Quelle für Gesundheit und Wohlbefinden

Auf die Frage was das Wichtigste in ihrem Leben ist, werden die meisten Menschen ohne Zögern antworten: Die Gesundheit.

Gesundheit hat in den Einstellungskriterien der Menschen oberste Priorität, und so ist es kein Wunder, dass Gesundheit auch ein wichtiges Medienthema geworden ist. Im Internet zum Beispiel gehören Websites zum Thema Gesundheit inzwischen zu den am häufigsten besuchten Seiten. Das Gesundheitsbewusstsein und die Bereitschaft des Einzelnen, auf einfache, vor allem aber natürliche Weise die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern, hat in den letzten Jahren signifikant zugenommen. Bestätigt wird dieser Trend unter anderem auch in der steigenden Nachfrage nach gesteigerten Umwelt- und Körperbewusstsein.

Dass auch Licht - und insbesondere die Qualität des Lichts -, das wir in uns aufnehmen, einen wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit hat, ist allerdings weniger stark im Bewusstsein verankert. Die Wirkung des Lichts auf den Menschen ist in der Öffentlichkeit bisher allenfalls punktuell durch die alljährlichen Warnungen vor zu hohen UV-Dosierungen und deren Gefahren wahrgenommen worden. In diesen wohlmeinenden Ermahnungen fehlt freilich der Hinweis, dass sich das Leben auf der Erde, mithin auch der Mensch, unter natürlichem Sonnenlicht entwickelt haben. Und dass sich Leben auch nur unter dieser Voraussetzung entwickeln konnte.

Dr. John Ott, einer der Pioniere der Photobiologischen Forschung hat betont, dass zuviel UV - Licht schädlich ist, aber dass wir eine gewisse Dosis brauchen, um am Leben zu bleiben und unser Immunsystem gesund zu erhalten. Alle Wellenlängen der Sonne haben eine positive Wirkung. Ott vergleicht die UV - Strahlung mit Sauerstoff, einem Gas, das absolut lebensnotwendig ist, aber bei Überdosierung ein neugeborenes Baby blind machen kann:
"Es wäre albern, daraus zu schließen, daß Sauerstoff gesundheitsgefährdend ist und das man ohne Sauerstoff leben sollte. Genau diese alberne Schlußfolgerung zieht man jedoch, wenn es um ultraviolettes Licht geht. Wenn man den Kopf in den Ofen steckt, verbrennt man sich. Das heißt aber nicht, daß man Wärme konsequent meiden und die Temperatur im Haus sicherheitshalber bei null Grad halten sollte. Die Öffentlichkeit muß begreifen, daß Licht ein "Nährstoff" ist - genauso wie ein Vitamin oder ein Mineral. Geringe Mengen ultravioletter Strahlung sind für den Menschen ebenso notwendig wie geringe Mengen gewisser Vitamine und Spurenelemente.

Früher hat man gelacht, wenn jemand behauptete, daß schon der millionste Teil einer Chemikalie oder eines Nährstoffs eine Wirkung auf die Gesundheit haben könnte. Man nahm an, eine so kleine Menge sei völlig unbedeutend. Heute weiß man, daß manche Substanzen uns schon in millionen - oder gar milliardenfachen Verdünnung erheblich beeinflussen. Dasselbe gilt für das Licht. Wenn in unserer täglichen "Lichtdiät" gewisse Wellenlängen nicht zumindest in geringen Mengen enthalten sind, können die Auswirkungen für unsere Gesundheit fatal sein. " (Zitiert nach J. Liberman, Die heilende Kraft des Lichts, Piper 1998)

Was haben Licht und Gesundheit miteinander zu tun? Licht steuert die Zyklen der Natur und auch unseren eigenen Tagesrhythmus. Wir erleben über den Tag hinweg eine stete Veränderung des Lichts in der Intensität und Qualität (Modulation). Auch die Lichtfarbe und der UV-Anteil wechseln, da die Atmosphäre je nach Jahreszeit, Sonnenstand und Wetterlage unterschiedlich stark filtert.

Den größten Teil des Lichts nehmen wir über die Augen auf, aber ebenso gelangt Licht über die Haut und auch über die Nahrung in unseren Körper. Bekannt und nachgewiesen sind die Heilwirkungen des Lichts bei Winterdepressionen (SAD), bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Psoriasis, die Bedeutung des UV-Lichts für die Vitamin D-Bildung und der Einfluss von Licht auf die Melatoninbildung und somit auf den Wach- und Schlafrhythmus des Menschen. Mehr noch: (Sonnen-)Licht macht sexy, denn es beeinflusst über die Hypophyse und die Zirbeldrüse im Gehirn auch den hormonellen Stoffwechsel und lässt die Sexualhormone ansteigen.

Der Zusammenhang zwischen Licht und Gesundheit wird in der Wissenschaft aktuell wieder aufgegriffen, nachdem die Lichttherapie Ende der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts durch die Entwicklung der Pharmaforschung (Antibiotika) zunächst an Bedeutung verlor und schließlich völlig aus dem Blickfeld der Forschung verschwand. In heutiger Zeit sind es zum Beispiel Fritz Albert Popp, Anna Wirz-Justice, Jacob Liberman und Peter Mandel, die für die Erforschung der Wirkungsweisen des Lichts auf den Menschen und die menschliche Gesundheit einen wesentlichen Beitrag geleistet haben.

Für Menschen, insbesondere den arbeitenden Menschen, gibt es Verordnungen und DIN-Normierungen über die Menge des Lichts , die für sein "Funktionieren" am Arbeitsplatz erforderlich ist. Die künstliche Beleuchtung wird nach den Kriterien der wirtschaftlichen Effizienz und der zu erfüllenden "Sehaufgabe" geplant. Die Qualität des Lichts spielt dabei aber keine Rolle, sie bleibt unberücksichtigt. Überwiegend werden Leuchstoffröhren eingesetzt, die in ihrem Licht nur einen geringen Teil des natürlichen Spektrums wiedergeben. Bei Pflanzen und Tieren wird es allgemein akzeptiert, dass sie für ihr Gedeihen eine ausreichende und in der spektralen Zusammensetzung vollständige Beleuchtung brauchen. Der Gummibaum in der Wohnzimmerecke wird, wenn er kümmert und die Blätter hängen lässt, durch eine Spezialleuchte mit "gutem Licht" versorgt.

Für den Menschen sollte solche Sorgfalt ebenso selbstverständlich sein. Obwohl nun Licht scheinbar überall und komfortabel auf Knopfdruck verfügbar ist, leiden wir in unseren Breiten weitgehend unter Lichtmangel. Wir verbringen einen großen Teil des Tages bei der Arbeit und auch in der Freizeit in geschlossenen, künstlich beleuchteten Räumen und in Transportmitteln. Wenn wir, zum Beispiel im Urlaub, dann endlich Zeit und Gelegenheit haben uns im Freien aufzuhalten, möchten wir möglichst viel "Sonne tanken" und holen uns unsere jährliche UV-Strahlendosis in einer oder zwei Wochen unter möglichst intensiver Sonne. Wir sind geradezu "lichthungrig". Genau wie am Ende des Winters, wenn die Tage endlich wieder länger werden und der Frühling schon in der Luft liegt. Wir haben ein natürliches Bedürfnis nach Licht und "wie von selbst" spüren wir, das Licht uns gut tut.

Was können wir tun, um die wohltuende Wirkungen des Lichts für uns zu nutzen?

Verbringen Sie jeden Tag mindestens eine Stunde im Freien. Brillengläser oder Kontaktlinsen filtern die UV-Anteile aus dem Licht heraus. Versuchen Sie es einmal "ohne", aber schauen Sie niemals direkt in die Sonne, weil das Ihre Augen schädigen kann. Möglicherweise verbessert sich auch Ihr Sehvermögen, falls Sie sich nicht ständig bemühen, auch ohne Brille scharf zu sehen. Übertreiben Sie nicht. Zuviel Sonne schadet, auch dann noch, wenn Sie Ihren Sonnenbrand schon längst vergessen haben. Gewöhnen Sie sich langsam an mehr Sonne, damit Ihr Körper seinen natürlichen Lichtschutz aufbauen kann.

Einige Anregungen zur Optimierung künstlicher Beleuchtung (in Anlehnung der Empfehlungen des Instituts für Baubiologie und Ökologie, Neubeuern):

  • Grundsätzlich gilt: Tageslicht ist besser als künstliche Beleuchtung. Lichtlenksysteme sind in der Lage, Tageslicht auch in die Tiefe eines Raumes zu leiten. Um eine energiesparende Versorgung mit Tageslicht zu gewährleisten, sollte bei großer Raumtiefe der Einsatz von Lichtlenksystemen erwogen werden.
  • Die Tagesbeleuchtung im Rauminnern sollte qualitativ und quantitativ den Eigenschaften des Außenlichts weitgehend nahe kommen. Der Verlauf des Tageslichts sollte in seinen Facetten erlebbar sein.
  • Monotones "Einheitslicht" ist möglichst zu vermeiden. Das Licht sollte in Helligkeit und Farbigkeit veränderbar sein. Die Lichtführung sollte sich nach Möglichkeit an den persönlichen Bedürfnissen der Nutzer orientieren.
  • In den Räumlichkeiten für Kranke und Behinderte, die sich selten im Freien aufhalten können sollten Verglasungen möglichst UV-durchlässig sein.

Gerade in Praxisräumen, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen ist es wichtig, eine Licht- und Farbatmosphäre zu schaffen, die Wohlbefinden vermittelt und die Selbstheilungskräfte anregt. Die Qualität des Lichts in Innenräumen nimmt wesentlichen Einfluss auf Befinden und Wohlgefühl der Menschen, die sich in ihnen aufhalten. Es muss daher eine dringliche Zielsetzung sein, gerade in solchen Räumen optimale und - im besten Wortsinne - "gesunde" Lichtverhältnisse zu schaffen.

Karin Schwenzner
Licht Akademie e.V."

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